Nun war es also so weit. Nachdem ich mir meinen Arbeitsplatz im Keller eingerichtet hatte—in der Garage war es schlichtweg zu kalt—habe ich den Motor ausgebaut und in den Keller geschafft.

Mit abgenommenen Zylinderköpfen konnte man die starken Ölablagerungen erkennen. Damit lies sich das Qualmen erklären.

Als ich den hinteren Zylinder abgenommen habe, war auch der Leistungsverlust erklärbar, da die gebrochenen Kolbenringe zum Vorschein kamen.

Normalerweise hätte man hier mit der Demontage aufhören können, ja wenn nicht die Pleuel wie Kuhschwänze gewackelt hätten—seitliches Spiel wohlgemerkt. Dies passt auch mit den Abschürfungen am Kolbenhemd zusammen.

Auch als ich die Zylinder vermessen hatte, war klar, dass es mit neuen Kolbenringen und Kolben allein nicht getan war.

Darauf hin habe ich den Motor weiter zerlegt und die Kurbelwelle ausgebaut. Das Zerlegen der Kurbelwelle war ein Kraftakt - insbesondere wenn man dies noch nie gemacht hat, weiss man auch nicht wie man wohin wie stark mit welchem Hammer klopfen darf. Aber irgendwann hat der Klügere nachgegeben und die Kurbelwelle war zerlegt.
Auf was ich mich bei diesem Projekt eingelassen habe, war mir noch nicht klar. Ich wollte im April den Motor repariert haben und im Juni spätestens wieder mit dem Teil durch die Gegend tuckern.

So zumindesten der Plan...
Vorderer Zylinder und Kolben
Abgenommene Zylinder
Hinterer Kolben
Hinterer Kolben